„Die Baum-Mafia geht um“, betitelte am 10. März 2018 eine Werderaner Wochenzeitung ihren Beitrag über Wildpark-West und löste dabei kontroverse Diskussionen auch in den Teilen der Einwohnerschaft aus, die sich nur wenige Tage vorher in einer Bürgerinitiative begonnen hatten zu organisieren.

Das Geschäft mit der Angst

Die Redakteurin spielte in ihrem aufwändig und sorgfältig recherchierten Beitrag offensichtlich auf das unseriöse Gebaren einzelner Firmen und ihrer Helfer an, die in den Monaten zuvor in Wildpark-West ganze Arbeit geleistet hatten. Wer will ihnen das schon verübeln, mit Holz kann man viel Geld verdienen … Vom Stolz der historischen Villensiedlung, der märkischen Kiefer, ist wahrlich nicht mehr viel geblieben. Breite Schneisen durchziehen heute den Ort und haben den einst zusammenhängenden, sich gegenseitig schützenden Baumbestand weit auseinandergerissen. Zerzaust vom Sturm, aber besonders von den Kettensägen schwer gezeichnet, ist dabei vor allem der östliche Teil der Waldsiedlung in Mitleidenschaft gezogen worden.
Ein Baumkontrolleur ist kein Gutachter
Ja, ja die Stürme! Nach solch gewaltigen Naturereignissen, wie sie auch schon 1972 und 2007 zu verzeichnen waren, lässt sich gutes Geld mit der Angst verdienen. Das mag moralisch bedenklich sein – ungesetzlich ist es aber nicht – wenn die bestehenden Bestimmungen des Naturschutzgesetzes oder der Baumschutzsatzung eingehalten werden. Und genau da liegt der Hase im Pfeffer! Während die Versicherungen nach Stürmen zahlreiche Neuabschlüsse verzeichnen, bei den Baumfällfirmen Goldgräberstimmung herrscht und die Preise für ihre Serviceleistungen ins Uferlose steigen, hat es der Baumschutz noch schwerer als sonst, bestätigt auch Baumgutachter Mario Zeidler. „Heftige Stürme richten natürlich immer wieder schwere Schäden an. Äste und Kronenteile brechen ab oder sogar ganze Bäume stürzen um. Die Angst vor materiellen oder menschlichen Schäden ist groß und berechtigt. Somit ist es auch nicht verwunderlich, dass nach Sturmereignissen die Baumfällungen stark zunehmen. Doch in der Regel kippen gesunde Bäume nicht einfach so um. Das geht oft mit vorherigen Baumschädigungen oder -krankheiten einher. Ein Baumgutachter kann deshalb in vielen Fällen mögliche Gefahren frühzeitig erkennen und abwenden.“ Doch hat nicht auch die Gemeindeverwaltung Fachleute und einen Baumkontrolleur, der sich für den Erhalt der Großbäume wie z.B. Kiefern, Eichen und Fichten einsetzen sollte, wie es die Baumschutzsatzung vorschreibt? „Für eine Baumschau auf dem Grundstück um den gesamten Baumbestand zu beurteilen hat die Gemeinde keine Kapazität, die Eigentümer sollten sich an Sachverständige oder fachlich geschulte Personen wenden, die die Bäume einschätzen, um dann für einzelne Bäume entsprechende Anträge zu stellen. Wir reagieren auf Fällanträge bzw. Anträge zum Einkürzen oder auch um bei einzelnen Bäumen die Standsicherheit zu prüfen“, schreibt die Fachbereichsleiterin Bauangelegenheiten, Planung und Naturschutz Anke Simon in ihrer Antwort am 20. März 2018 auf die Anfrage eines Bürgers. Ein Baumkontrolleur ist kein Gutachter, seine fachliche Qualifikation deshalb nicht mit der eines Gutachters gleichzusetzen, wie es dem hohen Schutzgrad der Bäume angemessen wäre. Während ein Sachverständiger einen Baum fachmännisch mittels verschiedener Verfahren beurteilen kann und seine erstellten Gutachten zudem von Versicherungen anerkannt und als gesetzlich empfohlene Baumschau akzeptiert werden, ist beim Baumkontrolleur der Gemeindeverwaltung eine andere Arbeitsweise angesagt. Nur die zahlreichen, mit roten Punkten aufgesprühten Fällmarkierungen geben einen Anhaltspunkt, dass er wirklich vor Ort gewesen sein könnte. Und wieso führt er Baumschauen durch, wenn gerade das die Fachbereichsleiterin ausgeschlossen hat? Hat die Bürgermeisterin ihre Verwaltung nicht mehr im Griff? Oder wie soll man es sonst verstehen, dass Frau Hoppe, die selbst zahlreiche Fällbescheide der Baustelle Helma unterschrieben hat, in Ferch auf der letzten Gemeindevertretersitzung den anwesenden Vertretern der Bürgerinitiative ehrlichen Herzens zusicherte, dass alle gesetzlichen Vorgaben vollumfänglich umgesetzt werden?
Hauptsache, der Haushaltsplan stimmt
Wie kann es sein, dass die Bürgermeisterin vor dem großformatigen Foto einer vertrockneten Nachpflanzung steht und sagt: „Es ist alles in Ordnung“ … Ist das Realitätsverlust? Oder ist es die menschlich verständliche Absicht der Bürgermeisterin, fehlerhafte Entscheidungen der Gemeindeverwaltung zu decken? Da half es alles nichts, dass die 24-köpfige Abordnung aus der Waldsiedlung, Fotos vom Fuchsweg hoch hielt, neun kleine Bäume, die mit verkahlten Kronen bereits ein Jahr nach ihrer Neupflanzung 2015 vom zuständigen Fachbereich der Gemeindeverwaltung ihrem Schicksal überlassen wurden. Das Geld ist durch die Vertragsfirma eingestrichen, alles andere macht nur Mühe. Hauptsache, der Haushaltsplan stimmt. Dumm nur, dass es da mündige Einwohner gibt, die nicht akzeptieren, wie mit ihren Steuergeldern umgegangen wird. Einwohner, die das ständige Schönreden satt haben und einfach selber anpacken. Die Bäume nachpflanzen, sie mit Dreiböcken und Gießringen versehen und wochenlang in der großen Hitze mit dem eigenen Traktor – sehr zur Freude der Kinder übrigens – täglich 1.000 Liter gießen. Wer deckt hier wen? Und wieso werden der Bürgerinitiative örtlich geschwärzte und unvollständige Aktenvorgänge ausgehändigt? Ist das wirklich nur Schlamperei? Warum bleibt die sogenannte „Kladde“, das Buch über alle Baumfällungen in Wildpark-West, unter Verschluss und warum weigert sich die Verwaltung zu unterschreiben, dass alle Akten vorgelegt wurden? „Zurückweisen möchte ich den Vorwurf, dass ich den Vertretern der Bürgerinitiative Akteneinsicht verwehre“, erklärte Frau Hoppe in ihrer Antwort auf den Offenen Brief der Bürgerinitiative Ende April 2018. Nein, natürlich hat sie das nicht. Ihre Leiterin des Fachbereichs Bauen hat es nur in ihrem Namen abgelehnt. Erst als die Bürgerinitiative, mit sanftem demokratischen Druck und einem Anwalt an ihrer Seite darauf bestand, war es dann möglich. Übrigens, noch längst keine Selbstverständlichkeit: Die übergeordnete Stelle, die Untere Naturschutzbehörde des Landkreises Potsdam-Mittelmark, sieht 
diese Selbstvertändlichkeit eines
 demokratischen Wissensprozesses
 für sie nicht zutreffend an und schweigt.
„Seien Sie versichert, dass […] mir persönlich der Schutz der Bäume in Wildpark-West ein großes Anliegen ist. Nach meiner Kenntnis halten die verantwortlichen Mitarbeiter des Fachbereichs Bauen, Ordnung und Sicherheit die bestehenden gesetzlichen Bestimmungen, insbesondere die Bestimmungen der Baumschutzsatzung der Gemeinde ein und setzen diese vollumfänglich um.“ Kerstin Hoppe, Bürgermeisterin (25. April 2018)
Liegt also vielleicht die Bürgerinitiative mit ihren Ansichten daneben? Sind die Mitarbeiter der Gemeindeverwaltung nur fachlich oder vom Umfang ihrer Arbeit her überfordert? Doch nun ist belegbar, dass es unwesentlich war, wie viel oder ob überhaupt Bäume gemäß der Baumschutzsatzung zur Fällung beantragt worden sind.
Baumschauprotokoll? Lichtbild? 
Lageskizze? Fehlanzeige!
Kein Mensch wird später mehr feststellen können, ob der gefällte Baum der tatsächlich auserwählte Kandidat für die Kettensäge gewesen ist oder der daneben. In den seltensten Fällen ist der Vorgang später nachvollziehbar, Missbrauch ist Tür und Tor geöffnet. Die Aktenlage sei „desaströs“ und die Arbeitsweise „hemdsärmlig“. So bezeichnete der Vorsitzende des Naturschutzbundes Brandenburg Friedhelm Schmitz-Jersch seine Eindrücke, als er in die erteilten Fällbescheide seit 1. Oktober 2017 Einblick genommen hatte. Der NABU Brandenburg hat umgehend reagiert: Nachdem er auf alle nach dem 1. November 2017 erteilten Fällbescheide der Gemeindeverwaltung für den Gemeindeteil Wildpark-West bereits im Februar 2018 Widerspruch einlegte, konkretisierte er dieses Verfahren mit aufschiebender Wirkung auf 21 konkrete und eklatante Fälle. Pikant dabei, dass die Gemeindeverwaltung die vom Widerspruch betroffenen Bürger erst viel zu spät oder gar nicht informierte und Bürger, die ihre Nachbarn vom Widerspruchsverfahren des Naturschutzbundes in Kenntnis setzen wollten telefonisch aufforderten, dies zu unterlassen. Die Skepsis gegen die Praxis der Fachabteilung ist durchaus angebracht, sieht man sich die Bilanz der letzten Jahre an. Seit 1961 war der fachkundige Einwohner Manfred Uhlemann in der Waldsiedlung für die Begutachtung von zur Fällung beantragten Bäumen auf Grundlage eines Ehrenamtes tätig. Dass er sich dabei an die seit Oktober 1994 in Kraft getretene Satzung zum Schutz von Bäumen, Hecken und Sträuchern der Gemeinde Geltow hielt – dem Vorläufer der 2011er Baumschutzsatzung der Gemeinde Schwielowsee – daran können sich die wenigsten noch erinnern. Schon damals waren die die Märkische Landschaft so prägenden Bäume wie die Kiefern, zum geschützten Landschaftsteil erklärt worden. Die damalige Verordnung umfasste zudem schon Bäume mit einem Stammumfang von mindestens 20 Zentimetern, war also viel strenger als die heutige Baumschutzsatzung, die erst einen Baum ab 60 Zentimetern zum geschützten Landschaftsteil erklärt.
Gewöhnen Sie sich daran, in absehbarer Zeit wird es keine Waldsiedlung mehr geben!Anke Simon, Fachbereichsleiterin (27. Februar 2018)
„Der Bürger ist der Täter!“
2011 legte Uhlemann nach gut 50 Jahren aus Altersgründen sein Amt nieder, nicht ohne der Bürgermeisterin noch ein paar mahnende und gutgemeinte Worte mit auf dem Weg zu geben: „Ich empfehle jedoch den verantwortlichen Mitarbeitern der Gemeindeverwaltung ihr Augenmerk darauf zu richten, dass der Bestand an Großgehölzen erhalten bleibt oder nach Möglichkeit durch Auflagen vermehrt wird.“ Doch der damals 75jährige irrte, wenn er davon ausging, dass es nicht mehr so viele Anträge auf Baumeinschläge auf Grund der nur noch wenigen unbebauten Grundstücke geben würde. Nun ging es erst richtig los! „Der Bürger ist der Täter!“, mutmaßte ein unbedarftes Ortsbeiratsmitglied in Geltow noch im Februar während einer öffentlichen Sitzung des Gremiums und schob damit dem Antragsteller den Schwarzen Peter zu. Ohne Antrag keine Genehmigung. Sollte man meinen. Hier haben diejenigen versagt, die für die Umsetzung der Baumschutzsatzung verantwortlich sind. Die jeden Fall als Ausnahme eines Verbotes begreifen und dafür zu sorgen haben, „dass der Bestand an Bäumen zur Sicherung des Naturhaushalts und zur Belebung, Gliederung und Pflege des Orts- und Landschaftsbildes zu erhalten, zu pflegen und zu entwickeln ist“. Wie kann es sein, dass innerhalb einer kurzen Zeitspanne fast die Hälfte der unter Schutz stehenden Bäume verschwunden und die notwendigen Nachpflanzungen weder entsprechend der Baumschutzsatzung angeordnet noch kontrolliert worden sind?
Geschwärzte und 
unvollständige Akten
Ist es wirklich so, dass hier aktiv Baumvernichtung betrieben wird? Unvorstellbar? Das nächste mögliche Siedlungsprojekt Schweizer Straße Nord – größer als das gerade entstehende am gewesenen historischen Schafstall – ist schon vorangefragt und steht in der Bauleitplanung der Gemeinde mit der Priorität „mittel“ mit einer Zeitangabe bis 2020/21 ziemlich weit oben. Die Fakten sprechen ihre eigene Sprache.
„Zurückweisen möchte ich den Vorwurf, dass ich den Vertretern der Bürgerinitiative Akteneinsicht verwehre.“ Kerstin Hoppe, Bürgermeisterin (25. April 2018)
Dramatischer Baumschwund
Eine Baumerhebung, in wesentlichen Teilen vom Autor über einen Zeitraum von fast 18 Jahren mit erstellt, zeigt den dramatischen Baumschwund im südöstlichen Teil der Waldsiedlung sehr anschaulich. In der Argumentationskette der den Ortsteil verwaltenden Behörde ist dabei immer wieder zu hören, dass die Bäume – und hier insbesondere die Kiefern und Birken – ihr Lebensalter erreicht, krank oder nicht mehr standsicher genug sind und deshalb gefällt werden müssen. Innerhalb des Gehölzsachverständigen-Verbandes haben sich auf Bitte der Bürgerinitiative mehrere Baumsachverständige bereit erklärt, im Bedarfsfall Gutachten zu erstellen um genau das zu klären. Ein gutes Dutzend Bürger hat das Angebot der Bürgerinitiative genutzt und sich in den letzten Monaten fachlich beraten lassen. So konnten u.a. auch Bäume, die von Mitarbeitern der Gemeindeverwaltung schon zur Fällung beschieden wurden, noch einmal von einem unabhängigen Gutachter überprüft werden. Das Ergebnis überraschte uns nicht: Von den neun betreffenden Bäumen waren es nur zwei, deren Zeit auf Grund von verringerter Stand- und Bruchsicherheit abgelaufen war. Allerdings wurde festgestellt, dass der Reststamm der einen Kiefer auf Grund einer Fledermaushöhlung bis auf neun Metern Höhe zu erhalten ist, da die Tiere zu den streng geschützten Arten gezählt werden. Auch in einem anderen Fall ist bekannt geworden, dass der Antragsteller auf eine vorhandene mögliche Fledermaushöhlung hinwies und ohne Probleme die Fällgenehmigung bekam … Auf den Umstand hingewiesen, dass das Vernichten von Lebensstätten streng geschützter Arten ein Straftatbestand sein kann, antwortete die Fachbereichsleiterin Bauen, Ordnung und Sicherheit Kerstin Murin, dass sich in der etwas später erteilten Baugenehmigung ein Hinweis zum Artenschutz befinde. Somit wäre eine Fällung des Baumes im Falle von Hinweisen auf streng geschützte Arten ausgeschlossen gewesen. Aber hatte nicht der Antragsteller extra auf eine solche Höhlung hingewiesen? Wer oder ob überhaupt jemand von der Gemeindeverwaltung vor Ort war, lässt sich mangels Protokollierung heute nicht mehr feststellen. Auf solche Fragen gibt es nur Antworten, die am Kern der Frage vorbeigehen. Ohne Baum kein Kläger, alle Spuren sind verwischt. Als nach zwei Monaten die Bürgerinitiative endlich in die Fällbescheide schauen konnte, bot sich den sechs Vertretern an beiden Tagen ein unglaubliches Bild: Geschwärzte und unvollständige Akten, fehlende Anträge und unglaubliche Zahlen, die belegen, dass die hohe Zahl von Fällungen nicht vom Bürger ausging, sondern offensichtlich vom Baumkontrolleur selbst. Jedenfalls lassen das die vor Ort gefundenen Notizen vermuten, bei denen die Bäume lediglich als Strichliste vermerkt worden sind. Auf den Anträgen der Bürger wurden nachträglich noch Anmerkungen gemacht, oder Zahlen geändert. Signiert wurden diese Angaben nicht, weswegen es schwer fällt festzustellen, von wem die zusätzlichen Angaben auf dem amtlichen Schreiben eigentlich stammen.
Das Geld der geleisteten Ersatzzahlungen der Bürger wird selbstverständlich zweckgebunden eingesetzt.“ Kerstin Murin, Fachbereichsleiterin Bauen, Ordnung Sicherheit (4. Juli 2018)
Die Bürgerinitiative hat die Gemeindevertreter herzlich eingeladen, sich selbst ein Bild von den vorgefundenen Akten zu machen. Zudem sind die Fraktionen der Gemeindevertretung gebeten, sich mit an den ‚Runden Tisch‘ der Bürgerinitiative zu setzen. Vertreter der Fraktionen sowie die beiden parteilosen Gemeindevertreter sollen dabei mithelfen, nach akzeptablen Lösungen zu suchen, um die bestehenden Bestimmungen von Baumschutzsatzung, Textbebauungsplan und Naturschutzgesetz umzusetzen. So wie bisher kann es nicht weitergehen. Der Baumsachverständige Mario Zeidler hat der Bitte der Bürgerinitiative entsprochen, sowohl die Gemeinde Schwielowsee als auch die Bürgerinitiative zu unterstützen. Für den Übergangszeitraum von sechs Monaten will er die Anträge der Bürger im Zusammenhang mit der Baumschutzsatzung der Gemeinde Schwielowsee fachlich begleiten. Nun liegt es an der Bürgermeisterin und den Gemeindevertretern diesen Vorschlag zu überdenken. Da die Zeit drängt und die nächste „Fällsaison“ schon vor der Tür steht, hat die Bürgerinitiative zudem Minister Vogelsänger aufgefordert, Möglichkeiten zu finden, die noch bestehenden Fällbescheide einer rechtlichen Überprüfung zu unterziehen, da wir davon ausgehen, dass diese Fällbescheide – ab 1. Oktober 2018 umsetzbar – nicht den Bestimmungen der Baumschutzsatzung entsprechen. Die Bürgermeisterin hatte der Forderung der Bürgerinitiative um Aussetzung der Fällbescheide, zwecks rechtlicher Überprüfung und einer event. Neubewertung nicht entsprochen. Nach Ansicht der Bürgerinitiative entspricht diese Forderung aber genau dem Beschluss der Gemeindevertretung vom 9. Mai 2018, wonach Verstöße gegen Gesetze und die Baumschutzsatzung rückhaltlos aufzuklären sind.
Klage des NABU
Der Naturschutzbund Brandenburg hat am 23. August 2018 Klage gegen die Gemeinde Schwielowsee wegen Untätigkeit eingereicht und dies auf der gemeinsamen Pressekonferenz mit der Bürgerinitiative bekannt gegeben. Bürgermeisterin Hoppe erklärte dazu in einer Stellungnahme der PNN vom 24. August 2018, dass dem NABU mehrfach Akteneinsicht in sämtliche Verwaltungsvorgänge gewährt worden sei. Auch der Widerspruch würde selbstverständlich überprüft. Die Untätigkeitsklage durch den NABU könne sie nicht nachvollziehen, da der Naturschutzbund jederzeit bei der Gemeindeverwaltung hätte nachfragen können, wann mit einer Entscheidung zu rechnen sei. Der NABU-Landesvorsitzende erklärte dazu, dass diese Aussage nicht der Wahrheit entspricht. Der Anwalt des NABU hat bereits am 27. Juni 2018 die Gemeinde angeschrieben und um Stellungnahme zum Stand der Bearbeitung des Widerspruchs gegen die Baumfällgenehmigungen gebeten. Ausdrücklich hat er darauf hingewiesen, dass Untätigkeitsklage erhoben werden kann. Dieses Schreiben ist unbeantwortet geblieben, auch sonst hat die Gemeinde nicht reagiert. Das Schreiben vom 27. Juni 2018 liegt der Redaktion vor.
Seit Juli 2018 nahezu täglich bewässerten die Einwohner bei der anhaltenden Trockenheit die jungen Straßenbäume. Eine Runde durch den Ort dauerte 1,5 Stunden, bei der 58 Bäume mit 1.000 Liter Wasser versorgt wurden. Ohne Oldtimer-Traktor Normag (Baujahr 1952) und der technischen Unterstützung der Firma Egon Fürst aus Geltow wäre es nicht möglich gewesen und brachte zudem den Kindern auch noch großen Ferienspaß.
Seit Juli 2018 nahezu täglich bewässerten die Einwohner bei der anhaltenden Trockenheit die jungen Straßenbäume. Eine Runde durch den Ort dauerte 1,5 Stunden, bei der 58 Bäume mit 1.000 Liter Wasser versorgt wurden. Ohne Oldtimer-Traktor Normag (Baujahr 1952) und der technischen Unterstützung der Firma Egon Fürst aus Geltow wäre es nicht möglich gewesen und brachte zudem den Kindern auch noch großen Ferienspaß.
Bei der Begründung der Beschlussvorlage zur Nachbewilligung von Haushaltsmitteln für Kontrollen an Straßenbäumen erklärte die zuständige Fachbereichsleiterin Kerstin Murin auf Nachfrage der Gemeindevertreterin Dr. Winnie Berlin und der Bürgerinitiative, dass „selbstverständlich“ eine öffentliche Ausschreibung erfolge. Doch noch bevor die Gemeindevertretung der Vorlage zustimmte stellte sich heraus, dass der Auftrag bereits vergeben und nicht öffentlich ausgeschrieben worden war. Trotz Nachfrage der Bürgerintiative und des stellv. Ortsvorstehers Jörg Steinbach, erklärte die Bürgermeisterin auf der Ortsbeiratssitzung am 20. August 2018, dass sie den Namen der betreffenden Firma nicht nennen könne, die den Zuschlag erhalten habe. Warum eigentlich nicht? Frau Hoppe erklärte in einem Zeitungsbeitrag vom 28. Februar 2018 „dass es nichts zu verstecken gäbe“. Sieht also so die zugesicherte Transparenz aus? Wer hat den Auftrag bekommen? Wie sagte das Mitglied der Gemeindevertretung Ralf Ellguth auf einer Sitzung am 20. Juni 2018 im Zusammenhang mit Beschau und gleichzeitiger Durchführung von Pflege- und Fällarbeiten: „Was bleibt, ist ein Geschmäckle …“

Chronik
Bürgerinitiative „Waldsiedlung Wildpark-West“

Die Bürgermeisterin wird von den Vorgängen in der Waldsiedlung in Kenntnis gesetzt, Anzeige u.a. wegen illegaler Baumfällung und Verdacht der Amtsanmaßung gestellt.

Anzeige durch Bürger gegen die Gemeindeverwaltung Schwielowsee bei der Unteren Naturschutzbehörde, Verdacht ordnungswidrigen und möglicherweise strafrechtlichen Handelns. Exemplarische Musterbaumschau der UNB und der Gemeindeverwaltung: Mehrere Fällanträge werden abgelehnt, Artenschutz findet erstmals Berücksichtigung.
Bürgermeisterin erklärt: „Es gibt nichts zu beanstanden.“
Urteil des Verwaltungsgerichts Potsdam zum Eilantrag „Aussetzung der Fällbescheide zwecks rechtlicher Überprüfung“ scheitert an Antragsbefugnis von Privatpersonen, Urteilsbegründung: Die Baumschutzsatzung dient dem Schutz öffentlicher Interessen, nämlich dem Schutz der Bäume.
NABU Brandenburg legt mit aufschiebender Wirkung Widerspruch auf alle erteilten Fällbescheide ein, Akteneinsicht in Fällbescheide (11/2017–2/2018)

Bürgerinitiative gegründet, Einwohnerversammlung, die Öffentlichkeit wird informiert.

Ökologischer Zustandsbericht Wildpark-West wird veröffentlicht.
Bilanz: 40% des geschützten Baumbestandes seit 2000 sind vernichtet worden. Beginn Nachpflanzaktion „Rettet die Waldsiedlung“ 2018–2033 unter Schirmherrschaft des NABU Brandenburg, u.a. Unterstützung Wildpark e.V. und Heimatverein Geltow im Rahmen eines Bürgerfestes.
NABU Brandenburg konkretisiert Widersprüche auf 21 Fällbescheide.

Nach erfolgter Ablehnung durch Gemeindeverwaltung wird Bürgerinitiative Akteneinsicht (10/2016–5/2018) nach Umweltinformationsgesetz zugestanden.
Mehrere Aktenvorgänge werden zurückgehalten, Aktenlage unvollständig, Örtlichkeiten geschwärzt.
Beschluss der Gemeindevertretung zur rückhaltlosen Aufklärung über die Vorgänge in Wildpark-West sowie Nachpflanzungen auch im Ort selbst.
Bürgermeisterin bittet Bürgerinitiative um Mithilfe und Lösungsvorschläge.

Bürgerinitiative fordert die Bürgermeisterin auf, erteilte Fällbescheide auszusetzen, um sie auf Rechtmäßigkeit zu überprüfen. Die Bürgermeisterin lehnt dies ab: „Dazu gebe es keine Veranlassung.“

Frist Antrag Akteneinsicht bei der Unteren Naturschutzbehörde verstreicht, Antrag sei an zuständige Fachbehörde weitergeleitet. Behörde ist weiterhin untätig in Sachen Anzeige vom Februar. Nachfrage ergebnislos.

NABU Brandenburg erhebt Untätigkeitsklage gegen Gemeinde Schwielowsee.
Bürgerinitiative bittet die Bürgermeisterin und den Ortsbeirat Geltow um Unterstützung, damit der Gemeindeteil auch offiziell den Ortsbeinamen „Waldsiedlung Wildpark-West“ führen darf.
Bürgerinitiative bittet zuständigen Minister in der Sache Erhalt der Waldsiedlung um Hilfe und zu veranlassen, die erteilten Fällbescheide zu überprüfen. Bürgerinitiative stellt auf Pressekonferenz die Auswertung ihrer Akteneinsicht vor und fordert die Bürgermeisterin auf, Konsequenzen daraus zu ziehen. Die Bürgerinitiative stellt Lösungsvorschlag bei zukünftig beantragten Baumentnahmen sowie ihr Nachpflanzprogramm vor. Sie kritisiert weitere großflächige Siedlungspläne, ohne ein von den Bürgern mitgetragenes Konzept.

Die halbjährlich erscheinende Heimatzeitschrift für Wildpark-West und Umgebung wird herausgegeben.
Die Bürgerinitiative lädt zur 
Einwohnerversammlung und zum Runden Tisch am 21. September 2018 um 19:30 Uhr im Bürgerclub 
Wildpark-West ein.

Die Auswertung zum Thema:

Auswertung Akteneinsicht

Baumentnahmen Wildpark-West Zeitraum Oktober 2016 – April 2018 Aus der Erklärung der Bürgerinitiative „Waldsiedlung Wildpark-West“ vom 23. August 2018 zur Auswertung der Akteneinsicht in Zusammenhang mit erteilten Fällbescheiden seit Oktober 2016: Die zahlreichen, das zusammenhängende Ökosystem der geschützten Waldsiedlung gefährdenden Baumfällungen, besonders in den Jahren 2016 bis 2018 sind nach

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Carsten Sicora
Carsten Sicora

Autor Carsten Sicora, geboren 1967 in Dresden, verheiratet, lebt seit 1989 in Wildpark-West

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