Sport für Pflanzen

Sport für Pflanzen

Ohne Wasser … merkt Euch das, wär` unsre Welt ein leeres Fass!

So ließ der italienische Komponist Luigi Cherubini um 1800 den Wasserträger in seiner berühmten Opern-Arie singen, als dieser seine Armut bitter beklagte. Doch ist es wirklich so?
Welche Auswirkungen hat der Wassermangel von heißen Sommern wie 2018 auf unsere Umwelt? Sind Pflanzen und Bäume nicht doch in der Lage, sich den verändernden klimatischen Bedingungen anzupassen?

Sport für Pflanzen

VON FRIEDERIKE KÖGLER

Wer rastet, der rostet – heißt es im Volksmund; körperliche Betätigung wird grundsätzlich als positiv für die menschliche Gesundheit gewertet. Im (Leistungs-) Sport wird dieses Prinzip der „positiven“ Belastung gezielt genutzt, um die Leistungsfähigkeit zu steigern. Geht man beispielsweise in ein Fitness-Studio, erhält man direkt Hinweise zu einem gezielten Training einzelner Muskelgruppen und für die speziellen Eigenschaften der Muskeln, wie Ausdauer oder Schnellkraft. Die Theorie dahinter basiert auf der Beobachtung, dass ein gezielter Belastungsreiz (beispielshalber Gewichte heben) von den Muskeln wahrgenommen und diese Information für eine begrenzte Zeit gespeichert wird. Wiederholt man den selben Belastungsreiz innerhalb einer bestimmten Frist, kann der Muskel die vorhandene Information hierzu abrufen und besser auf die erneute Belastung reagieren, so dass es zu einer Leistungssteigerung kommt. Man kann also ein größeres Gewicht heben. Das ist die Grundlage für körperliches Training. Ebenso bekannt ist allerdings, dass diese Information in den Muskeln nicht unbegrenzt gespeichert wird. Wiederholt man den selben Reiz also nicht innerhalb der erforderlichen Frist, wird die Information zu diesem Reiz wieder „vergessen“.

In den Versuchen wurden Pflanzen gezielt mildem Wassermangel ausgesetzt.

Wie genau die Speicherung der Information innerhalb der Muskeln erfolgt, ist noch nicht abschließend geklärt. Eine Leistungssteigerung ist zudem nicht unbegrenzt möglich: Je nach Individuum und Belastung kann eine maximale Leistungssteigerung nicht übertroffen werden.

Pflanzen verhalten sich ähnlich

In einem Forschungsprojekt der Universität Duisburg-Essen wurde nun eine ähnliche Verhaltensweise auch für Pflanzen ermittelt. Was eigentlich auch jedem Hobby-Gärtner intuitiv klar ist: auch eine Pflanze kann durch positive Belastung eine Leistungssteigerung erreichen. In den Versuchen am Lehrstuhl für Steuerung, Regelung und Systemdynamik wurden Pflanzen gezielt mildem Wassermangel ausgesetzt und das Pflanzenwachstum gemessen (Blattwachstum). Der Versuchsaufbau bestand aus jeweils vier Gruppen von je fünf Pflanzen, die unter Laborbedingungen jeweils unterschiedliche Wassermengen erhielten. Gemessen wurde dann das Blattwachstum, das sich aufgrund unterschiedlicher Bewässerung unterschied. Ein erster, milder Wassermangel, der zu keinen sichtbaren Welkesymptomen führte, resultierte in einer durchschnittlichen Verminderung des Blattwachstums um etwa zehn Prozent. Die Pflanze passt sich im Wachstum also der vorhandenen Wassermenge an. Eine Wiederbewässerung nach dem ersten Wassermangel führt zu einer Überkompensation des verringerten Wachstums mit einer Wachstumsrate, die fast 50 Prozent höher ist, als unter nicht-trainierten, vollbewässerten Bedingungen. Wiederholt man den gleichen milden Wassermangel …


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