Rosen – Carla

Rosen – Carla
Schöne Gärten Vorgestellt: Fuchsweg 11a

Am Zaun, mitten im grünen Rasen, unter Bäumen, an der Terrasse, überall ragen kräftige Rosenstöcke und strebsame Kletterrosen üppig empor. Wie kleine Inseln verteilen sich die Rosenbeete über das Grundstück.

Rosen – Carla

VON GÄRTNERMEISTER ROSERICH

Die 170 Rosenstöcke, umgeben von großen Kiefern, das wollten wir uns anschauen und trafen uns mit Carla Schmidt im Fuchsweg. Der Rosengarten ist eine „Institution“ in Wildpark-West und wird von Frau Schmidt, die in diesem Jahr ihren neunzigsten Geburtstag feierte, mit viel Hingabe und Sachverstand gepflegt. Anfang der 1990er Jahre begann sie, die ersten Rosen in ihren Garten zu setzen. „Anfangs war es gar nicht so einfach, an Rosenpflanzen zu kommen“, sagt sie, „ich habe die Angebote von den Discountern studiert, kaufe inzwischen aber hochwertige Pflanzen in der Gärtnerei.“

Da muss Luft ran

Am Zaun, mitten im grünen Rasen, unter Bäumen, an der Terrasse, überall ragen kräftige Rosenstöcke und strebsame Kletterrosen üppig empor. Wie kleine Inseln verteilen sich die Rosenbeete über das Grundstück. „An die Wurzeln muss Luft ran“, sagt Frau Schmidt, deshalb lockert sie den Boden unter den Rosen regelmäßig auf und hält ihn unkrautfrei. Früher hat sie die Rosen noch angehäufelt, aber bei den zunehmend milden Wintern ist das kaum noch nötig.

Aber auch für das Alter ist es wichtig, eine Aufgabe zu haben.

„Dies erspart mir einiges an Arbeit“, bemerkt sie augenzwinkernd. Das Frühjahr nutzt Frau Schmidt, um die letzten kranken Blätter aus dem Vorjahr zu entfernen und Rinderpellets als Dünger einzuharken. Etwa acht Hände voll Pellets pro Rose ist die Faustregel. Auch der Zeitpunkt des Rosenschnitts hat sich mittlerweile nach vorn verschoben, man muss nicht immer bis zur Forsythienblüte warten, wie man es früher getan hat. Für starke Stiele gibt sie ihren Lieblingen eine Kalium-Magnesium-Mischung. Viele Blüten sind groß und schwer, da müssen die Stiele kräftig sein, sonst hängen sie traurig herunter.

Tägliche Wassergabe

Mit Rückblick auf den letzten Sommer erzählt sie: „Rosen brauchen viel Sonne, aber im letzten Jahr, war es doch ganz gut, dass einige Kiefern etwas Schatten gespendet haben. Dort wo kein Schatten hinkam, sind die Blätter regelrecht verbrannt“. Die Rosen mussten fast täglich gewässert werden. Das Wässern, den Schnitt und das Rasenmähen macht „Rosen-Carla“, wie man sie auch gerne nennt, weitestgehend noch selbst, nur auf eine Leiter möchte sie nicht mehr klettern. Dafür findet sich aber immer eine helfende Hand.

Betörende Düfte

Etwa 60 Prozent der Rosen duften, erzählt die Seniorin stolz. So beeindruckende Namen wie „Pariser Charme“, „Big Purple“ oder „Imperatrice Farah“ verstärken das Dufterlebnis noch. Von tiefrot-samtig, über orange-roséfarbig bis hin zu leuchtendem Weiß findet sich eine beeindruckende Farbenvielfalt unter ihren Schützlingen. Aber die Weißen sind ihr die Liebsten, sagt Frau Schmidt und strahlt dabei wie um die Wette mit ihren Blüten.

Man muss den negativen Tendenzen der heutigen Zeit bewusst etwas Schönes entgegensetzen.

Die Gartenarbeit lieben und mit Herz und Hand dabei sein, ist ihre Devise. „Aber auch für das Alter ist es wichtig, eine Aufgabe zu haben und nicht nur vor dem Fernseher zu sitzen“, erzählt sie. Sehr am Herzen liegt ihr auch ihr Ortsteil Wildpark-West. Die engagierte Seniorin sprudelt vor Ideen, was man für die Bürgerinnen und Bürger in unserer schönen Waldsiedlung Gutes tun könnte. Für die älteren Bewohner wünscht sie sich zum Beispiel Unterstützung bei der Laubabfuhr und für die Mütter und Kinder eine eigene Arztsprechstunde im Ort. „Vielleicht kann ich über die Begeisterung zu den Rosen erreichen, dass die Menschen miteinander ins Gespräch kommen und einander kennenlernen“, sinniert sie. Auch der Erhalt des Waldcharakters der Siedlung ist ihr ein großes Anliegen. Sie freut sich über das wachsende Engagement im Ort und die Tatsache, dass mehr und mehr nachgepflanzt wird. So bat sie ihre Geburtstagsgäste, statt üppiger Geschenke, um eine kleine Spende für die Nachpflanzaktion „Rettet die Waldsiedlung!“ 2018-2033. So wird also eines der im Frühjahr im Birkengrund geplanten und neu zu pflanzenden Bäumchen von ihr sein. „Man muss den negativen Tendenzen der heutigen Zeit bewusst etwas Schönes entgegensetzen, das findet meine volle Unterstützung.“

Großer Tag für Rosenfreunde – am 1. Juni 2019

Seit fünf Jahren öffnet unsere Wildparker Nachbarin, Frau Schmidt, einmal im Jahr zur Hauptblüte ihren Rosengarten im Fuchsweg 11a für Freunde dieser edlen Blume. So auch am kommenden Samstag, dem 1. Juni 2019, in der Zeit von 10 bis 16 Uhr. Interessierte Besucher können durch den verwunschenen Garten wandeln oder mit der erfahrenen Rosengärtnerin fachsimpeln.

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