Im Ortsteil Geltow setzen sich viele Menschen für bessere  Lebensbedingungen und den Schutz der Natur ein.  Anlass für das Bürgerengagement sind meist Missstände  und das unbefriedigende Handeln von Verwaltungen  und gewählten Gremien.

Das geht uns alle an

Friedhelm Schitz-Jersch

Von Friedhelm Schmitz-Jersch

Trinkwasser

Der „Interessengemeinschaft Erholungsort Geltow“ (IEG) geht es um die Auswirkungen des Betriebes der Recyclingfirma Richter, dessen Betriebsgelände und der ungenehmigte Container-Umschlagplatz sowohl im Landschaftsschutzgebiet als auch im Trinkwasserschutzgebiet liegen. Seit mehr als 6 Jahren ist die IEG aktiv. Sie will erreichen, dass Firma Richter Recycling sich an Recht und Gesetz hält, die behördlichen Auflagen einhält und der Abfallbetrieb nicht immer mehr ausgeweitet wird. Die bisherigen Erfolge beruhen auf zahlreichen Schreiben, Akteneinsichten bei Behörden und weiteren Initiativen. Mitglieder der IEG nehmen auch regelmäßig an den Sitzungen des Ortsbeirates Geltow, der Gemeindevertretung und der Fachausschüsse teil.

Offener Uferzugang

Der historische Weg neben der „Villa Maurus“ zum Ufer der Havel ist vom Eigentümer des benachbarten Villengrundstücks, dem ein Teil des Weges gehört, gesperrt worden. Dies widerspricht dem Naturschutzgesetz, das die freie Zugänglichkeit der Natur und der Gewässer gewährleistet. Der Ortsbeirat Geltow hatte die Verwaltung aufgefordert mitzuhelfen, dass der Weg wieder in voller Breite geöffnet wird. Stattdessen hatte die Bürgermeisterin kurze Zeit später die Leiterin des Bauamtes angewiesen, beim Landkreis zu beantragen, dass ein Trampelpfad in der Nähe als Alternative zu diesem Weg genutzt werden kann. Das hätte den dauerhaften Ausschluss der Öffentlichkeit von der Nutzung des historischen Weges und des dem Staat gehörenden Uferabschnittes bedeutet. Dieses Vorgehen hatte glücklicherweise keinen Erfolg. Der Landkreis hat die Freimachung des Weges angeordnet. Das Oberverwaltungsgericht hat die sofortige Vollziehung dieser Anordnung bestätigt. Immer wieder haben Bürger aus Wildpark-West den Landrat und Kreistagsabgeordnete bedrängt, haben an Sitzungen des Kreistages und der Ausschüsse teilgenommen, damit der Landkreis tatsächlich handelt. Sonst wäre die Sache möglicherweise im Sande verlaufen.

Erhalt der Waldsiedlung

Besonders beachtlich ist der Einsatz der Bürgerinitiative „Waldsiedlung Wildpark-West“. Diese will den „natürlichen“ Charme und typischen Charakter des Ortsteils erhalten. Das ist nur zu schaffen, wenn die Vorgehensweise der Gemeindeverwaltung sich ändert und die Vorgaben der Baumschutzsatzung eingehalten werden. Erst im Monat März 2018 gegründet, hat diese schon über 120 Unterstützer und eine Vielzahl von Aktivitäten gestartet. Die Herausgabe der vorliegenden Zeitschrift gehört dazu.

Bewahrung der Natur

Auch die Erfolge des NABU – Naturschutzbund Deutschland beruhen auf dem Engagement der Bürgerinnen und Bürger. Allein in Brandenburg unterstützen mehr als 16.000 Mitglieder den Einsatz für Natur und Umwelt. Alle Bürger und Politiker sprechen sich für den Schutz der Natur aus, aber wenn es konkret wird, fällt der Schutz der natürlichen Lebensgrundlagen häufig unter den Tisch. Deshalb ist der NABU anerkannter Naturschutzverband. Er ist an naturschutzrelevanten Verfahren zu beteiligen und kann Widerspruch und Klage erheben, damit Recht und Gesetz zugunsten der Natur eingehalten werden.

Mit vielfältigen Aktionen setzt sich der NABU für den Schutz gefährdeter Tiere und Pflanzen ein, für eine naturverträgliche Landwirtschaft, für den Schutz der Gewässer, um wichtige Bereiche zu nennen. Auch der Schutz der Alleen und Bäume ist für uns ein wichtiges Anliegen. Vor kurzem wurde mit dem Landesbetrieb Straßenwesen vereinbart, dass der NABU über alle Termine von Baumschauen an Bundes – und Landestraßen informiert wird, damit sich fachkundige Mitglieder an diesen Terminen beteiligen können. Dafür bietet der NABU seinen Mitgliedern eine fachliche Fortbildung an. Auch hier kommt es darauf an, dass Bürgerinnen und Bürger sich ehrenamtlich und mit Nachdruck für die Gemeinwohlbelange einsetzen.

Friedhelm Schmitz-Jersch
Friedhelm Schmitz-Jersch

Der Vorsitzende des NABU Brandenburg Friedhelm Schmitz-Jersch, studierter Jurist, geboren 1947, verheiratet, hat einen Sohn und lebt in Geltow, wo er Mitglied des Ortsbeirates ist.

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