Einen verwunschenen Ort wiederbelebt

Einen verwunschenen Ort wiederbelebt

Als Simone und Ralf Blauert den alten Güterbahnhof, unweit des Wasserturmes am Rande des Wildparks, zum ersten Mal betraten, waren sie verzaubert. Es war im Frühjahr 2007, das Gelände lag seit Jahren ungenutzt brach, die Fenster des Hauses waren eingeschlagen, die Wände mit Graffiti beschmiert, Schutt lag in den Räumen. Damals saßen die beiden auf einer der Rampen, schauten auf die Gleise und beschlossen, den Bahnhof zu kaufen …

Einen verwunschenen Ort wiederbelebt

VON JANA FELLENBERG

Zwölf Jahre später sind die Schuttberge verschwunden, das Gebäude längst aus seinem Dornröschenschlaf erwacht.

Der ehemalige Güterbahnhof ist ein Ort mit über 100-jähriger Geschichte, die nur lückenhaft dokumentiert ist. Was ist Wahrheit, was Legende? Erkenntnisse des bekannten Chronisten und Autors Adolf Kaschube, der mit Zeitzeugen gesprochen und ihre Aussagen gesammelt hat sowie das Studium alter Potsdamer Tageszeitungen bringen etwas Licht ins Dunkel.

Bahnhof mit hölzernen Gebäuden

Schon seit 1846 durchläuft die Eisenbahnstrecke von Potsdam nach Magdeburg das kurfürstliche Waldgebiet bei Potsdam. Nachdem 1847 zuerst ein Haltepunkt für die königliche Familie eingerichtet wurde, entstand 1858 am Endpunkt zur Verbindung nach dem Neuen Palais ein Bahnhof mit hölzernen Gebäuden, dessen Gaststätte später auch gern von Berliner Ausflüglern genutzt wurde. Der Güterbahnhof, der erst 1910 in seiner jetzigen Form erbaut wurde, war einst wichtiger Warenumschlagplatz für die Brandenburger Vorstadt und gehörte zum Verbund der drei königlichen Bahnhöfe, zu dem auch der nahe und bereits erwähnte Kaiserbahnhof (heute DB-Akademie) und der daneben gelegene Bürgerbahnhof (heute Bahnhof Potsdam Park Sanssouci, erbaut 1868/69) gehörten. 1906 erfolgte ein Umbau der bis dahin bestehenden Bahnhofsstationen, der dem Bahnhof Wildpark durch die Höherlegung der Ferngleise ein völlig verändertes Aussehen verlieh.

Wir fühlen uns mit dem Ort einfach sehr verbunden.

So wurde der hölzerne Pavillon abgerissen und musste einem monumentalen Neubau weichen, wobei die Haltestation für den königlichen Hof an die Stelle des alten und zu klein gewordenen Güterbahnhofs verlegt wurde. So konnte, während sich ein Hofzug im Bahnhof aufhielt, der sonstige Verkehr unbehindert auf den Nachbargleisen abgewickelt werden.

Graue Reiter des Garde-du-Corps-Regiments

Mehrmals standen die drei Bahnhöfe im Rampenlicht preußischer Geschichte, so als im August 1914 auf der dunklen Chausseestraße des Wildparks die „grauen Reiter des Garde-du-Corps-Regiments“ in den ersten Weltkrieg zogen und auch als im April 1921 der Sarg der im Exil verstorbenen Kaiserin Auguste Viktoria im Spalier von über 60.000 Menschen in den Antikentempel überführt wurde.

Gleis zum unterirdischen Bunker

In den Jahren vor und während des 2. Weltkrieges wurde dann Baumaterial unter anderem für den Kasernenneubau und den Umbau angeliefert. So führte ein Anschlussgleis vom Bahnhof Wildpark zu einem unterirdischen Bunker oder …

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